Tuesday 7. September 2010

Inhalt:

Auferstehung heißt: der Leib hört als Grenze auf!

(aus der Predigt von Abt Columban zu Fronleichnam, 3. Juni 2010)

 

Liebe Brüder und Schwestern!

 

1. Am heutigen Fronleichnamsfest lade ich Sie ein, mit mir ein wenig über den liturgischen Vorgang nachzudenken, der sich bei der Spendung der Eucharistie jedes Mal ereignet. Der Priester reicht mir das eucharistische Brot mit den Worten: "Der Leib Christi", und ich antworte: „Amen.“

 

Wie ist der Ausdruck "Leib" zu verstehen? Was meint er? "Cottidie vilis" – wir sind sicher versucht, gerade auch beim sehr häufigen Kommunionempfang in Routine zu verfallen. Daher: Was meint der Ausdruck "Leib Christi"? Das Wort "Leib" meint in der Sprache der Bibel nicht einfach den Körper im Gegensatz etwa zum Geist. "Leib" bezeichnet in der Sprache der Bibel die ganze Person, in der Leib und Geist untrennbar eins sind. "Das ist ein Leib" heißt also: "Das ist meine im Leib wesende ganze Person."

 

2. Wie aber diese Person geartet ist, die wir im eucharistischen Brot empfangen, erfahren wir aus dem deutenden Zusatz der Wandlungsworte "der für euch hingegeben wird"; d.h. diese Person ist mit ihrer ganzen Existenz "Sein für andere". Sie ist in ihrem innersten Wesen das "Sich-Austeilen", das "Sich-Verschenken". Das ist ihre innerste Bestimmung.

 

3. Bleiben wir noch ein wenig beim Gedanken des "Leibes" und versuchen wir von unserer eigenen Leiberfahrung auszugehen. Wenn wir über unseren Leib nachdenken, werden wir bemerken, dass unser Leib eine gewisse Gegensätzlichkeit in sich trägt. Einerseits ist er Leib eine Grenze, andererseits ist er Brücke.

 

Grenze ist der Leib dort, wo er uns von anderen abschließt. Unsere Körpersprache macht das an vielen Stellen unseres Lebens deutlich: Faust, Zunge, Schulter, Rücken ... Der Leib ist also etwas, das uns voneinander trennt und es mit sich bringt, dass wir einander auch irgendwie fremd sind. Wir können nicht in den anderen hineinschauen – die Leibhaftigkeit verdeckt sein Inneres; er bleibt uns verborgen. Der Leib ist also offensichtlich Grenze, die uns undurchsichtig, undurchdringlich füreinander macht, die uns nebeneinander stellt und uns verwehrt, einander zuinnerst zu sehen und zu berühren.

 

Der Leib ist aber auch Brücke. Und wahrscheinlich leben wir unseren Leib häufiger als Brücke denn als Grenze: Hand, Lächeln, Zuwendung, Kuss, Blick, Intimität … Durch den Leib hindurch begegnen wir einander, durch den Leib kommunizieren wir in der gemeinsamen Materie der Schöpfung. In der Art und Weise, wie der Leib agiert, wird offenbar, wer und was der andere ist.

 

Wir sehen: Der Leib ist beides Grenze und Brücke. Deshalb können wir den Leib auch in beide Richtungen leben – mehr zur Grenze hin, zur Versperrung oder zur Brücke, zur Gemeinschaft, zur Communio hin.

Von Christusphobie zur geistgewirkten Gotteserfahrung!

(aus der Predigt von Abt Columban zum Pfingstfest, 23. Mai 2010)

 

Der eigentliche und richtige Platz unseres Existierens ist Gott selbst!

(aus der Predigt von Abt Columban zu Christis Himmelfahrt, 13. Mai 2010)

"Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten!"

(aus der Predigt von Abt Columban zum Muttertag, 9. Mai 2010)

Zum 70. Geburtstag von Propst Maximilian Fürnsinn

(aus der Predigt von Abt Columban am 5. Mai 2010)

Österliche Seilschaft

(aus der Predigt von Abt Columban am Ostersonntag, 4. April 2010)

Wir sind ihm nicht egal, er sorgt für uns!

(aus der Predigt von Subprior P. Franz am Gründonnerstag, 1. April 2010)
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BENEDIKTINERSTIFT GÖTTWEIG, A-3511 Stift Göttweig, Tel. +43.(0)2732.85581-0
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