Saturday 21. September 2019
Das II. Vatikanum und das Jahr des Glaubens

 

II. INTER MIRIFICA

 

Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel (4. Dezember 1963).

Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil wurden die modernen Massenmedien von den kirchlichen Kreisen oftmals mit Misstrauen betrachtet. Sie wurden vielfach sehr negativ, einzig vom moralischen Standpunkt her beurteilt. Erst mit Inter Mirifica wird offiziell jene Bedeutung erkannt, welche Presse, Film, Funk und Fernsehen auch für die Evangelisierung der Welt haben können. Dabei wird die Verantwortung der Laien betont, die auch zu den Organen kirchlicher Bewertung stärker beigezogen werden.

 

WAS glauben wir?

Entsprechend dem ausdrücklichen Wunsch ihres Stifters ist die Kirche in allen ihren Gliedern beauftragt, zu allen Zeiten, in allen Sprachen und Ländern und mit den ihr in der jeweiligen Zeit zur Verfügung stehenden sozialen Kommunikationsmitteln, allen Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden. "Geht zu allen Völkern..." (Mt 28,19-20).

 

Der Grund für diesen Sendungsauftrag liegt in der bleibenden Gegenwart Gottes aus Liebe zu allen Menschen und in seinem daraus resultierenden Wunsch, alle Menschen zu sich zu führen. Wie der Vater durch die Kraft des Heiligen Geistes den Sohn gesandt hat, so soll auch die Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes mit der Botschaft des Sohnes alle Menschen zum Vater führen. "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Joh 20,21).

 

Wenn auch der Auftrag im Laufe der Jahrtausende derselbe geblieben ist, so waren doch die Mittel und Wege stets verschieden. Leider wurden dabei nicht immer die dem Evangelium entsprechenden Sendungsprinzipien eingehalten: Geduld, Einheit und ein respektvoller Dialog, damit die Mission freiwillig und freudig Früchte tragen konnte. Vielmehr soll jede und jeder Einzelne durch ein Leben aus dem Glauben heraus ein ansteckendes und wahrhaftiges Zeugnis ablegen und mutig auf die Menschen von heute zuzugehen, auch unter Verwendung der modernen Kommunikationsmittel.

P. Pius Nemes 

   

WIE glauben wir?

Nicht kommunizieren: Unmöglich!

Ich entkomme ihnen kaum – den Medien, die mich online sein lassen. In Wort, Ton und Bild – in Botschaften ohne Ende.  Aber: das ist "unsere Welt" mit unfassbaren Möglichkeiten, global zu kommunizieren. Doch kaum vorstellbar: es gab Kommunikation vor Internet, Twitter, Facebook, Google und iPhone .

 

Dennoch: Es gab nie Leben ohne Kommunikation! Mit-Teilen ist Gottes Weg hinein in die Schöpfung. Ich finde in der Natur, in den Ereignissen, in unserem Leben Botschaften, die der Drei-Eine hineingelegt hat. In allem kann ich die Spuren dessen finden, der sich voll und ganz kommuniziert (mit-teilt) in seinem Sohn, in Jesus Christus. Er selber ist die Power-Message für die Menschen und die Welt: Gott ist mit uns. Und Jesus sendet seine Jünger: Geht und kommuniziert allen – Gottes neue Welt ist nahe!...

 

Die Mittel (Medien, Massenmedien) sind nicht gut und nicht böse. Sie sind Chance, Herausforderung und Gefahr. Ich selber versuche, auch die Medien für das Mit-Teilen des Evangeliums zu nützen – für die "Verkündigung". Meine bisherigen Erfahrungen mit Zeitung, Verlag und Radio (Maria) haben mir gezeigt: das geht nur mit Qualität, Ehrlichkeit und Vertrauen. Und Hausverstand.

 

Vor allem spür ich etwas von jenem Antrieb, der die Apostel drängte: "Wir können unmöglich schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben" (Apg 4,20). Ich setz vor allem auf DEN, der Herzen berühren und Botschaften "scharf" machen kann: den Heiligen Geist, der die höchste Form von Kommunikation ermöglicht: die Liebe!

P. Clemens Maria Reischl 

 

I. SACROSANCTUM CONCILIUM

 

Konstitution über die heilige Liturgie (4. Dezember 1963).

Der breiten Masse schien bis zum zweiten Vatikanischen Konzil die Liturgie durch die lateinische Sprache ein fremdartiges Geschehen, durch den komplizierten Ablauf eine fast ausschließlich den Klerus betreffende Angelegenheit, durch die einseitige Hervorhebung ihres Opfercharakters ein zu Privatopfer reduziertes Handeln, und durch Vernachlässigung der Homilie ein kaum evangelisierendes Ritual. Durch Sacrosanctum Concilium wurde die Berufung zum gemeinsamen Beten, Singen und Empfangen des Leibes Christi neu geweckt, Privatmessen zurückgedrängt, vermehrtes Hören von Schriftperikopen abwechslungsreich geordnet und Wortgottesdienste auch außerhalb der Messfeier geregelt. Die Verschiedenheit der feiernden Völker wurde durch die Einführung der Muttersprache berücksichtigt. Die Liturgie bei Spendung der Sakramente wurde durch Erläuterung der Symbole verständlicher gestaltet und das Kirchenjahr neu geregelt. Als auffallendste Neuerung wurde die Konzelebration mehrerer Priester und die Kelchkommunion bei besonderen Gelegenheiten eingeführt.

 

WAS glauben wir?

Im christlichen Selbstverständnis bildet der Glaube an den drei-einen Gott (Trinität) das tragende Fundament und "die alles entspringen lassende Mitte unserer Wirklichkeit" (Medard Kehl). Die gesamte Schöpfung trägt ein trinitarisches Design an sich.

 

Christlicher Glaube ist nichts anderes als ein "Sich-beschenken-Lassen von jenem Gott, der in seinem Wesen Liebe und Hingabe ist" (Hans Urs von Balthasar). Die Liebe und Hingabe Gottes fordern die freie Antwort des Menschen heraus, die adäquat wiederum nur in selbst­loser, sich schenkender Liebe und Hingabe, in Lob und Anbetung bestehen kann. Das wird dort sichtbar, wo sich der Mensch im Gebet Gott zuwendet.

 

Ob bewusst oder unbewusst: jedes Gebet hat eine trinitarische Signatur und richtet sich als gelebte Beziehung durch Jesus Christus im Heiligen Geist an den Vater.

 

Darin liegt der tiefste Sinn menschlicher Existenz: auf den drei-einen Gott hin zu leben, von ihm und für ihn zu leben, mit ihm in "communio" zu sein.

Abt Columban Luser

   

WIE glauben wir?

Motivation – nicht spontanes Kalkül – sind erforderlich für meine Mitfeier bei Gottesdiensten. Spontanes Erleben ist spürbar durch verständliche Gesten, Charme und Stil. Floskeln und Phrasen sind mir wesensfremd. Auf Knopfdruck kann ich nicht das Gloria singen, doch in den Psalmen entdecke ich mein Leben. Texte sollten mit Sorgfalt und ohne Pathos vorgetragen werden: Ich möchte angesprochen werden. Die frei formulierten Bitten bekunden meine Sorgen und sprechen mir nicht immer aus der Seele, doch ich will kein Egoist sein. Die Gabenbereitung ist mir für eine Danksagung zu einfach gestaltet. Die Kollekte stört. Es gibt kein vergleichbares Erlebnis: Mahl und Opfer, Stille und Gesang. Ich denke an die Absichtserklärung: "Zum Altare Gottes will ich treten, zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf."

P. Ambros Kapeller

 

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Das II. Vatikanische Konzil (1963-1965) und das Jahr des Glaubens (2012-2013)

Hier gibt es ab 1. August 2012 eine sechzehn monatige Serie, die einen zusammenfassenden Einblick in die sechzehn Doku- menten des II. Vatikanischen Konzils bietet.

 

Dazu verfassen die Göttweiger Mönche je einen persönlichen Impuls darüber, WAS wir glauben und WIE wir glauben.

Möge sich der monatliche Klick zu dieser Seite lohnen!

 

Das wünscht allen unseren Besuchern der Konvent des Stiftes Göttweig.

 

 

 

 

Das Rätsel des Kreuzes

Vortrag von

Abt Columban Luser O.S.B.

in der Franziskanerkirche

in St. Pölten

am 18.01.2013

zum 4. Artikel im Credo:

"gelitten unter Pontius Pilatus..."

download hier

 

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