Sunday 8. December 2019

Ursünde Zweifel

05.12.2019, 08:26 Uhr
Liebe Mirjam, kleine Mirjam, kleine, ganz, ganz kleine,
gerade nur eine Zelle, gerade erst gezeugt.

Er versucht, dir einzureden, von dem Baum zu essen.
Er sagt, dass meine Gebote nicht gut sind für die Welt.

Und man wird dich glauben lassen, ich hätt’ dich vergessen,
und eingeschränkt deine Freiheit, doch frei bist du von Angst.

Und selbst wenn du eines Tages deinen Sohn zu Grab trägst,
ist meine Liebe allmächtig und stärker als der Tod.

Du wirst nicht zweifeln,
wirst an meiner Liebe nicht zweifeln.
Und frei von Sünde ist,
wer an meiner Liebe nicht zweifelt.

Noten: www.sadg.org/#188

(Gedanken zum 2. Adventsonntag A – zugleich Hochfest der ohne Ursünde Empfangenen)

Die Hoffnung steigt von Licht zu Licht

28.11.2019, 08:02 Uhr
Die Hoffnung steigt von Licht zu Licht,
die Botschaft gibt uns Zuversicht:
Die Unmenschlichkeiten gehn bald zu End,
denn Gott kommt als Mensch: Es ist Advent.

1. Gott steckt uns den Ehering an alle Jahre,
umwirbt uns zur Ewigkeit jedes Jahr neu.
Der Kranz und der Ring und die Liebe, die wahre,
die haben kein Ende, und Gott bleibt uns treu.

2. Violett ist der Alltag und nüchterne Prosa,
weil Unrecht auf Erden so oft überwiegt.
Doch dann erscheint mittendrinn plötzlich ein Rosa,
weil Freude im Hoffenden alles besiegt.

3. Die Botschaft vom Himmelreich wird immer dichter,
und jedes Jahr schauen wir ganz kurz hinein,
denn auf dem Kranz brennen auch immer mehr Lichter
und gipfeln am Baum dann im strahlenden Schein.

4. Wir gehen hin zu dem Licht, Gott ist Begleiter.
Allmächtig und ewig ist, der mit uns geht.
Gebrochene Zweige, sie grünen noch weiter,
weil ewiges Leben ja gar nicht vergeht.

Lied „Adventkranz“: Noten: www.sadg.org/#235

(Gedanken zum 1. Adventsonntag A)

Vergeben können

21.11.2019, 08:05 Uhr
Ein Verbrecher bittet in seiner Todesstunde
Jesus reumütig um Erbarmen.
Jesus vergibt ihm anstandslos.

Er vergibt ihm nicht nur,
sondern er schenkt ihm sogar das,
was man im Kirchenrecht
einen vollkommenen Ablass nennt.

Jesus ist eben erhaben:
Obwohl er gerade am Kreuz hängt und
– gelinde gesagt – seine eigenen Probleme hat,
steht er drüber,
über allem,
wie ein wirklich allmächtiger König.
Christkönig.

Wer drübersteht, der kann vergeben,
und wer vergeben kann, der steht drüber.

Bei Jesus ist es aber noch mehr als nur „drüberstehn“:
Wahre Liebe.
Er ist der wirklich allmächtiger König.

(Gedanken zum CHRISTKÖNIGSSONNTAG, dem 34. Sonntag im Jahreskreis C)

Vorzeichen der Endzeit

14.11.2019, 08:27 Uhr
Die angekündigten Vorzeichen für das Endgericht wie,
dass falsche Propheten auftreten,
Kriege und Unruhen aufkommen,
Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte einbrechen
und schreckliche Dinge welcher Art auch immer geschehen,
sowie gewaltige Zeichen am Himmel (Lk 21,7-12),
gibt es ja schon seit 2000 Jahren, bzw. sind sie Bilder
und geben keinen technisch messbaren Zeitpunkt an.

Es wäre aber ein Fehler, daraus zu schließen,
man könne deswegen die Endzeit nicht erkennen.

Jesus sagt einerseits, dass man das Kommen der Endzeit
nicht an äußeren Zeichen erkennen kann,
andererseits, dass man es so leicht erkennen kann,
wie das Kommen des Sommers an den Blättern des Feigenbaumes.

Wie also?
Fazit: An den ausschließlich sachlichen Kriterien
wie z.B. Unrecht in der Politik und in der Gesellschaft
lässt sich selbst für den Ungläubigen
zumindest die Notwendigkeit eines Gerichtes erkennen.

Der Glaubende aber weiß,
dass das Endgericht nicht ausbleiben wird.

Andererseits erlebt er es teilweise schon jetzt voraus,
denn er sieht, wie der Herr jetzt schon kleinweise einschreitet,
und er lernt aus dem geduldigen Wirken des ewigen Richters,
ja genießt es regelrecht, denn er erkennt:
Das Himmelreich ist schon unter uns.

Stete Bereitschaft tut gut.

(Gedanken zum 33. Sonntag im Jahreskreis.)

Keine Angst

07.11.2019, 08:08 Uhr
Es ist schon beachtlich,
dass die Makkabäischen Brüder,
ohne den Auferstandenen erlebt zu haben,
angstfrei dem Tod in die Augen schauen.

Den Sadduzäern kann man ihre Schwierigkeiten
mit dem Glauben an ein ewiges Leben
nicht wirklich übel nehmen,
denn sie diskutieren mit Jesus darüber
bevor er stirbt und wieder aufersteht.

Paulus und wir haben es da um einiges leichter:
Wer schon einmal erfahren hat,
dass ihn der Auferstandene an der Hand nimmt,
der muss keine Angst mehr vor dem Tod haben,
keine Angst vor nichts und niemandem.

(Gedanken zum 32. Sonntag im Jahreskreis C)

Gnade zuerst

02.11.2019, 08:12 Uhr
Der Herr sieht über die Sünden der Menschen hinweg,
damit sie umkehren.
(1. Lesung)

Paulus fordert seine Leser dazu auf,
dass sie die empfangene Gnade wirken lassen.
(2. Lesung)

Jesus lädt den Zöllner Zacchäus zur Mahlgemeinschaft ein,
der sich daraufhin bekehrt.
(Evangelium)

Wir haben es wieder einmal damit zu tun,
dass die Güte Gottes uns zur Umkehr treibt (Röm 2,4),
und nicht umgekehrt.
Das kommt in der Bibel oft vor,
und das gefällt mir sehr!

(Gedanken zum 31. Sonntag im Jahreskreis C)

Mitwirken am Reich Gottes, das schon mitten unter uns ist

24.10.2019, 07:16 Uhr
In der persönlichen Begegnung
erfährt der Glaubende das schon jetzt wirkende Reich Gottes,
wenn er seinen noch so verhassten Mitmenschen
mit den Augen Gottes betrachtet.
Der glaubende Betrachter wird dabei zumindest ruhig,
und vielleicht versucht er sogar, ihm diese Liebe zu vermitteln.

In einer konkreten Gemeinschaft
erfährt der Glaubende das schon jetzt wirkende Reich Gottes
wenn ihm bewusst wird,
dass Gott jeden Einzelnen in dieser Gemeinschaft
bei allen seinen Unzulänglichkeiten
auf seinem Weg begleitet,
hin zu einem endgültig heilenden Ziel.
Und der glaubende Betrachter wird geduldig.

(Gedanken zum 30. Sonntag im Jahreskreis C)
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