Wednesday 26. June 2019

Sohn – Erbe

20.06.2019, 14:34 Uhr
Die Gläubigen erlangen die Sohnschaft (Gal 4,5),
d.h., dass jede und jeder Glaubende Erbe ist.

„Sohn“ im Sinn von „Erbe“ kommt im Neuen Testament x-Mal vor,
vor allem bei Paulus.

Paulus meint das Erbe des an Abraham ergangenen Segens
weshalb in all diesen Schriftstellen
„Sohn“ als „Erbe“ zu verstehen ist.

Will man das Wort „Sohn“ gegendert übersetzen,
dann lieber mit „Erbe“, als mit „Sohn und Tochter“,
denn damals haben die Töchter nie etwas geerbt.

Alle Frauen und Männer, die an Christus glauben,
sind mit Jesus, dem Erstgeborenen, Miterben
(Röm 8,17.29).

(Gedanken zum 12. Sonntag im Jahreskreis C)

Liebe üben

13.06.2019, 08:34 Uhr
Eine Gemeinschaft von Personen,
die einander grenzenlos lieben:
Auch das ist die Dreifaltigkeit.

Überall dort, wo von Liebe die Rede ist,
eignen sich die Ausdrücke
„herrschen“ und „üben“:
Die Liebe herrscht dort, wo wir sie üben.
Das „üben“ zielt auf „grenzenlos“ hin.

Dann leben auch wir als Gemeinschaft von Personen.

So gesehen ist aus meiner Sicht die Dreifaltigkeit
das Vorbild jeder Gemeinschaft,
auch das jeder politischen Regierung.

Alle meine Gesprächspartner haben mir gesagt,
dass das mit der Regierung utopisch sei, undenkbar, verrückt,…
Aber keiner von ihnen konnte mir bisher erklären,
warum es utopisch sei.

(Gedanken zum Dreifaltigkeits-Sonntag)

Grabstein

06.06.2019, 08:24 Uhr
„Alle Türen war’n verschlossen,
doch dein Geist hat sie durchdrungen.
Er bahnt sich stets neue Wege.“
(Melodie: http://www.sadg.org/#179)

Manche meinen, der Grabstein sei weggerollt worden,
nicht, damit die Frauen das leere Grab sehen können,
sondern, damit der Auferstandene hinauskönne.

Wer neue Wege sucht,
wer mit verschlossenen Menschen reden kann,
wer grundsätzlich für Neues offen ist,
der ist vielleicht vom Heiligen Geist erfüllt.

(Gedanken zum Pfingstfest)

Machtposition

30.05.2019, 08:54 Uhr
Jesus tritt zurück, aber wirklich: Er stirbt,
und zwar freiwillig.

Seine Machtposition ist zu Ende.
Sie wird kommentiert
und verhöhnt.

Er verzichtet zwar auf seine Machtposition,
behält aber seine Autorität,
denn sogar im Sterben
ist er sich selbst nicht zu wichtig.

Hier erkennt man einen der Unterschiede
zwischen Autorität und Macht:

Er denkt so sehr an die Zukunft,
dass er dabei gar nicht an sich selbst denkt.

Sein Gebet an den Vater ist in Wirklichkeit nichts anderes
als sein innerstes Gottvertrauen,
dass Gott alles gut machen wird:
Mit „alles“ ist die Einheit unter den Jüngern gemeint.

Und dann erweckt ihn der Vater von den Toten!

Nur wer aus innerster Überzeugung auf seine Machtposition verzichtet,
ist kein Verlierer.

(Gedanken zum 7. Sonntag in der Osterzeit C)

Demut in der Kirche

23.05.2019, 08:26 Uhr
Es gehörte schon ein gutes Stück Demut dazu,
als Petrus beim ersten Konzil sagte,
dass Gott den Heiden „ebenso“ wie den Aposteln
den Heiligen Geist gab,

und dass Gott bei der Rettung,
nämlich durch Glauben,
„keinerlei Unterschied“ macht
zwischen den Heiden und den Aposteln.

Bei den abschließenden Anordnungen an die Heiden
– nicht Götzen anbeten und nicht töten –,
schreiben sie schließlich,
dass sie richtig handeln,
wenn sie sich danach richten.

Also eine positive Formulierung,
statt der üblichen Verurteilung:
„Anathema“ = „wer nicht…, der ist verflucht,“
wie später in allen anderen Konzilien
(außer im II. Vaticanum).

Danke, liebe Kirche, für deine Demut (damals).

(Gedanke zum 6. Sonntag der Osterzeit C)

Damit ich besser sehe

16.05.2019, 09:48 Uhr
Hätte sich Jesus nicht auf den Vater verlassen,
dann hätte er nicht kurz vor seinem Tod sagen können,
„jetzt ist der Menschensohn verherrlicht“.

Ja: er nennt sein Sterben eine Verherrlichung,
weil erst in seinem Todesleiden offenbar wird,
wir herrlich groß die Liebe des Vaters ist,
nämlich herrlicher (mehr Herr) als der Tod.

Sie überwindet jede Angst,
die Angst vor dem Tod
die Angst vor dem Feindbild,
auch die vor dem kollektiven Feindbild.

Und dann sehe ich besser.

(Gedanken zum 5. Sonntag der Osterzeit C)

Der gute Hirt und die Mutter

09.05.2019, 08:14 Uhr
Mit all seinen Taten
– wie die eines guten Hirten –
will uns Jesus zeigen,
dass er mit dem Vater und mit uns in einer Dreier-Beziehung steht,
denn er vollbringt sie in Einheit mit dem Vater und in seinem Auftrag.

Jede Mutter, die ihr Kind in den Armen trägt,
ihm mit Selbstverständlichkeit und Demut die Windeln wechselt,
und ihm grundsätzlich Vertrauen schenkt, zeigt damit,
dass sie mit Gott und dem Kind in einer Dreier-Beziehung steht,
denn sie vollbringt diese Werke
– ob bewusst oder instinktiv –
in Einheit und im Auftrag des Schöpfers,
der alle seine Geschöpfe liebt.

All unseren Müttern wollen wir zumindest am Muttertag
aufrichtigen Dank aussprechen
und alles Gute wünschen!

(Gedanken zum 4. Sonntag in der Osterzeit C)
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