Sunday 11. April 2021

Der selbe Gott

08.04.2021, 09:19 Uhr
Die Erzählungen von der Auferstehung
sind unterschiedlich.

Die einen gehen hin, um nach dem Grab zu sehen,
die anderen, um den Leichnam Jesu zu salben.

Für die einen wird der Stein vor ihren Augen weggewälzt,
die anderen finden das Grab bereits offen.

Den Frauen wird die Auferstehung direkt verkündet,
die Männer erfahren sie von den Frauen.

Zwei Jüngern erscheint er unterwegs,
den anderen im Abendmahlssaal,
dem Thomas extra.

Die Reaktion des Thomas erklärt alles:
„Mein Herr und mein Gott.“

Jeder erfährt ihn anders
und jeder darf ihn „mein“ nennen.

(Gedanken zum 2. Sonntag der Osterzeit B)

Hat sich Jesus unterkriegen lassen?

04.04.2021, 22:02 Uhr
Ja.

Freilich sollen wir uns nie leichtfertig unterkriegen lassen.
Wir sind ja schließlich zum Leben berufen, zum Leben in Fülle!

Aber wenn einmal scheinbar nichts mehr hilft,
dann weißt du trotzdem, dass Jesus mit dir mitgeht
bis in den Tod,
bis ins Grab.

Aber auch, wenn es nicht gleich zum Sterben geht,
sondern wenn es größere oder auch nur kleinere Schwierigkeiten gibt,
so sprich mit ihm: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Er hat sich dem Vater anvertraut
und der Vater hat ihn auferweckt.

Jesus lebt.
Und weil er lebt, kannst du ihn suchen.

Und wenn du daran glaubst, dass er lebt,
dann wirst du ihn auch finden:

in jeder schönen Begegnung
in jeder Versöhnung
in jedem, dem du begegnest und den du als Menschen respektierst,
unabhängig von seiner Hautfarbe, Schuhgröße,
Herkunft, Gehaltsstufe,
sexueller Orientierung, Lieblingsspeise,
Sprache, Religion, usw.

du wirst ihn finden
in all diesen Menschen.

Hosanna!

25.03.2021, 14:17 Uhr
Oft heißt es mit „i“: „Hosianna“

und kommt aus der biblischen Ursprache:
הושיעה hoschiA rette + נא na jetzt

Wir singen das in jeder Eucharistiefeier:
„Hosianna“, d.h. „Rette jetzt!“

Das ist in Wirklichkeit die Sprache der Leidenden,
die aber viel Gottvertrauen haben.

Chapeau vor allen „Hosanna“-Rufern!

(Gedanken zum Palmsonntag B)

Was mir heute Mut macht

18.03.2021, 08:28 Uhr
Ein paar „Fernstehende“ gehen mit den Gläubigen
zum Osterfest mit.

Sie wollen Jesus sehen,
das Heil in Person.
„Jesus“ bedeutet „Gott heilt“.

Sie sagen es Philippus, der zu ihnen, aber auch zu Jesus gehört.
Der sagt es weiter, bis es Jesus erfährt. Jesus antwortet:

Das Heil liegt darin, in jeder noch so schlechten Situation
im Gottvertrauen durchstarten zu können.

Es bringt ja auch kein einziges Körnchen irgend eine Frucht,
wenn es nicht stirbt. Dann beginnt es nämlich, ganz neu zu leben.

Wir wissen nicht, ob die sogenannten „Fernstehenden“
damals mit dieser Antwort etwas angefangen haben.

Ist auch nicht so wichtig.
Wichtiger ist, ob sie den heutigen Hörern Jesu Mut macht,
zumindest den Mut, ihr persönliches Gottvertrauen zu erneuern.

Das wäre super!

(Gedanken zum 5. Sonntag in der Fastenzeit B)

Liebe muss sichtbar sein

11.03.2021, 08:05 Uhr
Man muss auf die Kupferschlange hinschauen,
um geheilt zu werden.

Man muss auf das Kreuz hinschauen,
um die Vergebung zu verstehen.

Der Menschensohn m u s s erhöht werden (Joh 3,14),
damit seine Liebe sichtbar und erfahrbar wird.

(Gedanken zum 4. Sonntag in der Fastenzeit B)

Lobopfer statt Sachopfer

04.03.2021, 08:46 Uhr
Jesus macht es uns relativ leicht
und zugleich auch relativ schwer:

Lobopfer ist tausendmal mehr wert als Sachopfer oder Tieropfer.

Aber nur, wenn das Lob authentisch ist – eh klar.
Es geht ja um Beziehung, nicht um Scheinbeziehung.

Für die Vielen, die bloß mit Pflichtopfern aufgewachsen sind
– „bloß mit Pflichtopfern“ heißt „bestimmte Werke genügen“ –,

für die ist eine aufrichtige Beziehung beinahe ein Hindernis.

In aller Ruhe macht Jesus aus Stricken eine Geißel,
in aller Ruhe – eine Geißel flechten braucht nämlich Zeit –

und treibt dieses Hindernis aus dem Tempel unseres Leibes aus.
Es mag „heiliger Zorn“ sein, aber sicher kein unkontrollierter Zornausbruch.

Eh klar – es geht ja um Beziehung.

(Gedanken zum 3. Sonntag in der Fastenzeit B)

Highlight am Berg

25.02.2021, 08:07 Uhr
Jesus hat gerade gesagt, dass er sterben wird.
Und schon geht er los: nach Jerusalem hinauf,
oder sagen wir besser: nach Golgota hinauf.

Zuerst aber darf er auf eine andere Erhöhung steigen,
„auf einen hohen Berg“ – der Tradition nach auf den Tabor.
Der Weg dort hinauf ist ganz schön steil.

Und oben gibt es ein Highlight,
einen total entspannten Augenblick,
wie wir ihn nur im Urlaub manchmal erleben,

einen so schönen Augenblick,
dass wir voller Freude, Dankbarkeit und Sehnsucht sagen:
Do gfoitsma, do bleibma.

Den hat Jesus gesucht, gefunden und genossen.
Auch wir dürfen uns so einen Augenblick leisten,
selbst, wenn es etwas Überwindung kostet.

(Gedanken zum 2. Sonntag in der Fastenzeit B)
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