Donnerstag 13. Dezember 2018
Göttweig im Wandel der Zeit

Gründung

Bischof Altmann von Passau ist der einzige als Heilige verehrte Bischof der einstigen Großdiözese Passau, deren Gebiet die heutigen Diözesen Passau, Linz, St. Pölten und Wien umfasste.

Um 1010/1020 in Westfalen geboren, entstammte er einem bedeutenden, weit vernetzten Grafengeschlecht und wurde als kaiserlicher Hofkaplan von Kaiserin Agnes 1065 zum Bischof von Passau bestimmt. Zuvor hatte er an einer großen Wallfahrt in das Heilige Land teilgenommen.

 

1072 weihte Altmann auf dem Berg Göttweig, auf dem seit dem 9. Jahrhundert auch eine Holzkirche St. Georg stand, die Kirche St. Erentrudis neu. Das den Berg einschließende Gut Paudorf  hatte er von dem mit ihm verwandten Formbachern aus Radlberg erhalten und war offenkundig zuvor Teil des großen Salzburger Besitzes, der von den Arnsdörfern in der Wachau  über Wölbling bis Traismauer reichte.

Der Berg Göttweig war seit 2.000 v. Chr. phasenweise immer wieder besiedelt, wie archäologische Funde beweisen.

 

1083 gründete Altmann Stift Göttweig als Doppelkloster, das die ersten elf Jahre nach der Regel des Hl. Augustinus lebte und 1094 jene des Hl. Benedikt übernahm.

Die Mönchsklosterkirche auf dem Berg weihte er der Gottesmutter Maria, die Frauenklosterkirche im Fladnitztal dem Hl. Blasius. Sein Freund und Metropolit, Erzbischof Gebhard von Salzburg, weihte die Mönchskirche des Doppelklosters Admont gleichfalls dem Hl. Blasius.

 

Altmanns Hauptanliegen waren die Erneuerung des Glaubens und die Reform des Klerus und der Klöster.

Er reformierte die alten Stifte St. Florian, Kremsmünster und St. Pölten, wirkte mit an der Errichtung des Chorherrenstifts Rottenbuch sowie an der Umwandlung des Kanonikerstifts Melk in eine Benediktinerabtei und gründete vor Göttweig das Doppel-Chorherrenstift St. Nikola bei Passau.

 

Im Investitursteit, der sich an den Modalitäten der Einsetzung von kirchlichen Amtsträgern entzündete, sowie in der damit zusammenhängenden Kirchenreform unterstütze Altmann vehement die Position Papst Gregors VII. (1073-1085). Er wurde von ihm und seinen Nachfolger hoch geschätzt. 15 Jahre lang war er päpstlicher Legat für das Reich, von 1076 bis zu seinem Tod.

Deshalb und wegen seiner Unterstützung des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden vertrieb ihn König Heinrich IV. 1078 aus Passau. In seine Bischofsstadt, wo ein Gegenbischof eingesetzt wurde, konnte er nie mehr zurückkehren. Er vermochte fortan nur im östlichen Teil seiner Diözese zu wirken; als Legat reiste er jedoch durch das ganze Reich.

 

Am 9. September 1083, dem Fest des Hl. Gorgonius (Schutzpatron von Gorze, dem Ausgang einer von Altmann bevorzugten benediktinischen Reformbewegung), weihte der Bischof die Männerklosterkirche der Muttergottes. Obwohl den Babenbergern eng verbunden - Leopold II. hatte sich seinetwegen von Heinrich IV. losgesagt und war deshalb 1082 von den Böhmen bei Mailberg besiegt worden -  beauftragte er die mit ihm verwandten Formbacher von Radlberg mit der Vogtei des Stiftes.

Gleichzeitig übertrug Altmann den Brüdern die Seelsorge für vier Pfarren. Heute umfasst der Seelsorgebereich des Stiftes mehr als 30 Pfarren.

 

Am 8. August 1091 starb Altmann im Passauer Hof von Zeiselmauer, nahe bei Tulln, wo ein Sitz des Markgrafen Leopold II. war.

Beerdigt wurde er in Göttweig, sein Grab zog sehr bald hilfesuchende Kranke und Wallfahrten an; die erste kam aus Tulln.

Altmanns Reliquien befinden sich heute in einem kostbaren barocken Schrein in der Krypta der Stiftskirche.

 

Um dem als Passauer Eigenkloster gegründeten Göttweig Stabilität zu verleihen (in Passau herrschte noch ein Gegenbischof) wurde es nach dem Tod von Altmann, der ein großer Förderer der Chorherren-Bewegung war, jedoch vermutlich ganz in seinem Sinn in eine Benediktinerabtei umgewandelt.

Erster Abt wurde 1094 der Prior von St. Blasien, Hartmann (+1114), der zuvor Propst von St. Nikola und Kanzler des Gegenkönigs Rudolf gewesen ist und aus kirchenpolitischen Gründen, jedoch völlig gegen den kirchlichen Reformgeist seiner Zeit, gleichzeitig Abt von St. Lambrecht in der Steiermark, von St. Ulrich und St. Afra in Augsburg und von Kempten im Allgäu war.

 

Aus der Zeit Bischof Altmanns stammen noch das Kirchenschiff der Stiftskirche und die jüngst  freigelegten Grundmauern der Kirche St. Blasien in Klein-Wien.

 

Des Heiligen Bischofs wird zweimal im Jahr gedacht: Am 8. August, seinem Sterbetag, und am 16. Juni, dem Translationstag (1362 ließ Herzog Rudolf der Stifter Altmanns Gebeine erheben und neu bestatten).

 

 

Allmächtiger, ewiger Gott,
Du hast den heiligen Bischof Altmann

zu einem unerschrockenen Vorkämpfer für die Freiheit und Ehre der Kirche gemacht und durch ihn das geistliche Leben erneuert.

Höre auf seine Fürsprache:

Hilf uns, in den Schwierigkeiten unserer Zeit zu bestehen, und führe uns zu jener Freude, die Du denen bereitet hast, die Dich lieben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Tagesgebet aus der Liturgie zum Hochfest

des hl. Altmann (8. August)

 

 

Bischof Altmann nimmt von einer böhmischen Delegation das erste Göttweiger Gnadenbild in Empfang

 

Wand-Fresko in der Altmanni-Seitenkapelle

der Stiftskirche

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